Sardes – Stadt der Färber und Münzen

Eines der ersten Abenteuer, welches ich plane, soll dort stattfinden, wo möglichst viele Kulturen aufeinandertreffen. Damals war dies der Westen von Kleinasien. Im Osten davon waren Perser bzw. Parther und auch die keltischen Galater. Im Süden die Ägypter, von Norden kommen die Thraker und von Westen die Römer.

Heute erzähle ich deswegen etwas über Sardes. Eine bedeutende Handelsstadt im Herzen des kleinasischen Westens.

Sardes – auch Sardis oder Sardeis genannt – war eine lydische Stadt am Westrand der Katakekaumene im Tal des Flusses Hermos und am Fuße des Tmolos-Gebirges.

Sardeis ist durchflossen von zwei in den Hermos südlich einmündenden Gebirgsbächen (Paktolos und „Dabbag Cay“). Die Gebirgsbäche entspringen aus dem ca 2000 Meter hohen Tmolos-Gebirge und führen Elektronstaub aus dem Erdreich des Gebirges mit sich.

Zirka 20 km südlich des Hermos auf einem aufragenden Gipfel auf einer Höhe von zirka 300m befindet sich die Zitadelle bzw. Akropolis. Die Unterstadt ist über 100 ha groß und durch einen massive Mauer von 20m Stärke geschützt, die Akropolis ist dreifach gesichert.

Sardes gewinnt umfangreich Metall aus dem Gebirge und nutzt das fruchtbare Hermostal für Landwirtschaft. Bei Sardes gibt es eine aus dem Tmolos-Gebirge nordwärts hervorspringende Hügelkette – ideale Position für eine Burg. Dazu liegt die Stadt in einer verkehrstechnisch günstigen Position, wehalb die Stadt im Überland- wie auch im Seehandel eine beachtliche Rolle spielt. Über den Hermos können die Schiffe ins offene Meer. Und viele Händler erreichen Sardes über die persische Königsstraße.

Sardes war einst der Hauptsitz des damaligen Königreichs Lydien, welches hochentwickelt im Handwerk und Gewerbe war. Die Stadt ist das Zentrum der Herstellung und Färbung empfindlicher Wollmaterialien und Teppiche. Dazu ist die Stadt bekannt für ihre Goldgewinnung und den Handel. Man sagt, der kleine Fluss Paktolos, welcher aus Richtung Süden kommt, verläuft über goldenen Sand. Der damalige König Krösus ließ auch die erste Münze aus reinem Gold fertigen – genannt Kroiseios. Die Vorderseite zeigt das Wappen des Herrschers: Auf der rechten Seite ist ein Stiervorderteil, welches einem Löwenvorderteil zugewandt ist.

Sardes hat dazu auch einen mythischen Hintergrund. Von 1200 bis 700 v. Chr. residierten die halbmythischen Tyloniden.

Seit dem Frieden von Apameia 188 v. Chr. ist Sardes Teil vom Königreich Pergamon.


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